Welchen Anzug trägt man(n) zu welchem Anlass?

Welchen Anzug trägt man(n) zu welchem Anlass?

Wer im Business und bei gesellschaftlichen Anlässen eine gute Figur machen möchte, sollte stets passend gekleidet sein. Doch was trägt man(n) überhaupt zu welchem Anlass? Und was bedeuten die Dresscodes zu offiziellen Anlässen?  Wir geben Ihnen hier einen kleinen fundierten Überblick. So finden Sie sich schnell zurecht und wissen immer, was Sie am besten tragen. 

Business oder Society? Das ist eine ganz entscheidende Frage

Um immer angemessen gekleidet zu sein, sollten Herren genau unterscheiden, ob sie sich die Kleiderfrage zu Society-Anlässen stellen oder für den Geschäftsalltag. Beide Bereiche sind vollkommen voneinander getrennt und sollten auch getrennt betrachtet werden. Es gelten unterschiedliche Dresscodes. Der Dresscode für das Business ist weniger formal und streng als zu gehobenen gesellschaftlichen Anlässen. Dafür ist der Kleidungsstil im Geschäftsleben entscheidend und kann den Ausschlag geben über Karrieresprünge oder berufliche Stagnation. Falsch gekleidet zu sein zu gesellschaftlichen Anlässen bedeutet hingegen, aus der feinen Gesellschaft ausgeschlossen zu werden, weil man nicht dazugehört. Schließlich weiß wer dazugehört, was sich schickt und was zu welchem Anlass zu tragen ist. Berufliche Konsequenzen dürfte dies aber eher weniger nach sich ziehen, es sei denn, man fällt bei einer privaten Einladung eines Geschäftspartners oder seines Chefs unangenehm auf. Optimal ist es, wenn der moderne Mann sich auf beiden Bühnen sicher bewegen kann. Fangen wir mit dem Business-Bereich an. 

Wie kleiden sich Herren optimal im Business-Alltag?

Im Business wird zum einen eine offizielle Kleiderordnung  von der internen Büroordnung unterschieden. Erstere legt als International Business Attire länderübergreifende Standards fest, wie bei offiziellen Businessanlässen das Erscheinungsbild für Damen und Herren zu sein hat. Letztere regelt lediglich die interne Kleiderordnung im Büro, welche auch stark mit den Gepflogenheiten der Firma und nicht zuletzt mit dem persönlichen Gusto des Chefs zusammenhängt. Die interne Kleiderordnung im Büro betrifft nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die während ihrer Arbeitszeit miteinander Kontakt haben, um ihre Arbeit zu verrichten. Die International Business Attire (IBA) regelt die Kleiderordnung, wenn man externe Kunden- und Geschäftskontakte pflegt. Wo immer Geschäftsleute zu offiziellen Treffen zusammenkommen oder externe Kundenkontakte gepflegt werden, gilt die iBA. Das ist für ausführende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie im Außendienst genauso verbindlich wie für Angehörige des Managements. Werfen wir zunächst einen Blick auf die offiziellen Standards: 

  1. Die International BusinessAttire

Bei offiziellen Geschäftsanlässen tragen die Herren dunkle, gedeckte Farben und bieten lediglich durch die Krawatte einen farblichen Kontrast. Ein Muss ist der Business-Anzug, meistens eine zwei- oder dreiteilige Kombination aus mindestens Hose und Sakko oder mit einer zusätzlichen Weste, wenn es sich um einen Dreiteiler handelt. Idealerweise besteht der Anzug aus einem sehr feinen Stoff, üblicherweise einer leichten Schurwolle. Die Farben für den perfekten Business-Anzug sind Dunkelblau oder Dunkelgrau. Ein dunkles Braun sowie Schwarz gehen auch, üblicher sind aber beide vorgenannten Farben. Klassischerweise trägt der Herr zum Business-Anzug ein weißes Hemd. Es kommt immer wieder einmal vor, dass Männer sehr modemutig und damit farbenfroh sind und sich auf ein zartes Bleu oder Rosé einlassen. Das kann man machen, wenn es sich um sehr zarte, unauffällige Farben handelt. Dies entspricht jedoch nicht den Standards der IBA. Nach diesen gehört zum Anzug ein weißes Hemd. Zu Anzug und Hemd ist die Krawatte obligatorisch. Sie muss nicht unbedingt einfarbig sein, sondern kann auch ganz dezente Muster aufweisen. Die Schuhe zum Business-Outfit sind immer schwarz. Es gibt dazu einen bekannten Merkspruch: „No brown in town!“ (Niemals Braun in der Stadt). Dabei handelt es sich um glatte Lederschuhe ohne Verzierungen wie Lochmuster oder Applikationen. 

  1. Kleiderordnung fürs Büro

Wer nicht mit Kunden oder Geschäftspartnern zu tun hat, sondern seine Arbeit ausschließlich im Büro erledigt, kann in der Regel auf strenge Kleiderstandards nach der IBA verzichten. Wenn es keine ausdrücklichen Wünsche seitens der Firmenleitung gibt, fährt man ganz gut mit einem Smart Casual Wear, d. h. man trägt entweder einen Business-Anzug ohne Krawatte (neuerdings gerne als „Tsipras-Look“ bezeichnet) oder eine Kombination aus Hose, Hemd und Sakko, wobei diese nicht unbedingt einen Anzug ergeben muss, sondern aus verschiedenen Elementen kombiniert sein kann, sofern sie farblich dezent aufeinander abgestimmt sind. In Großkonzernen wird man möglicherweise dem amerikanischen Beispiel folgen und einen „Casual Friday“ einrichten. An diesem Tag kann man sich dann zur Einstimmung auf das Wochenende schon relativ freizeitlich kleiden. Hierunter ist aber Jeans an Stelle einer Stoffhose und ein Polo-Shirt an Stelle des geschlossenen Hemds das höchste an freizeitlichen Kleidungsstücken zu verstehen. 

Noch einmal kurz zum Unterschied:

 

    

 

 

 Wie kleiden sich Herren optimal zu gesellschaftlichen Anlässen?

Bei gesellschaftlichen Anlässen von Rang ist im Normalfall bereits auf der Einladungskarte der gewünschte Dresscode vermerkt.  Zu gehobenen Abendveranstaltungen unterscheidet man „Black Tie“ und „White Tie“.  

White Tie – der Top-Dresscode der feinen Gesellschaft

Wird man zu einer Gesellschaft eingeladen, die „White Tie“ als Dresscode verlangt, ist man in der Regel „ganz oben“ angekommen. Darüber gibt es nichts mehr. Hier befindet man sich in höchsten gesellschaftlichen Kreisen du sollte – um den Abend souverän und skandalfrei zu überstehen – am besten noch einen Benimm-Kurs vorher besucht haben. White Tie bedeutet aber auch eine ganz bestimmte Kleiderordnung, von der keinesfalls abgewichen werden darf. Hier tragen die Herren allesamt Frack und die Damen eine lange, festliche Abendrobe. Der Frack gilt als großer Gesellschaftsanzug und besteht aus dem Frack selbst, also der charakteristischen Jacke mit den „Schwalbenschwänzen“ im Schoß. Ferner gehört zum Frack eine Frack-Hose, die ausschließlich mit Hosenträgern gehalten werden darf und niemals mit einem Gürtel. Das spezielle Frack-Hemd zeichnet sich durch den sogenannten „Vatermörder“ aus, einem Kläppchenkragen, zu dem immer eine weiße Schleife (Fliege) getragen wird. Von der weißen Schleife hat der große Gesellschaftsanzug seinen Namen „White Tie“. Die gesamte Kombination benötigt noch eine weiße, rückenlose Frack-Weste. Nun ist der Aufzug komplett und der Herr darf in die große Abendgesellschaft eintreten. Abendgarderobe trägt man übrigens wirklich immer nur abends, also stets nach 18.00 Uhr und niemals vorher. 

Black Tie –  die elegante Abendgarderobe für den Herren

Während White Tie nur zu den allerhöchsten gesellschaftlichen Anlässen verlangt wird, gehört Black Tie zum guten Standard bei Abendgesellschaften. Hierunter versteht man die Pflicht für Herren, Smoking zu tragen. Der Smoking besteht aus einer Hose-Sakko-Kombination, zu der ein weißes Manschettenhemd getragen wird und in der Regel ein Kummerbund, also eine Bauchschärpe. Die Hose hat typischerweise schwarze Samtbiesen an der Seite und das „Dinner Jacket“, wie das Smoking-Sakko in Großbritannien heißt, ist im Rückenteil ungeschlitzt. Zum Smoking kann eine schwarze Weste getragen werden, sie ist aber nicht verpflichtend. Ein Muss zum Smoking ist die schwarze Schleife (Fliege), daher der Begriff „Black Tie“. 

Cutaway – der festliche Gesellschaftsanzug am Tage

Als Pendant zum Frack tagsüber kann man den Cutaway betrachten. Er ist ein festlicher Tagesanzug, der sich ebenfalls durch lange Schößchen auszeichnet, welche aber nicht wie beim Frack gerade am Rücken abfallen, sondern in die Verlängerung eines langgezogenen, runden Abstichs münden. Mit schwarzem Sakko und schwarzer Weste trägt man den Cut zu Beerdigungen. Zu erfreulicheren Anlässen ist die Weste hellgrau und das Sakko schwarz oder dunkelgrau. Die Krawatte dazu ist silbergrau oder man trägt ein passendes Plastron, worunter man eine sehr breit gebundene Krawatte versteht. Die Hose des Cutaways ist immer schwarz-grau gestreift und das Hemd dazu stets weiß. 

Stresemann – top gekleidet am Tage, nur weniger förmlich

Etwas legerer bei Tage als der förmliche Cut ist der Stresemann. Schwarz-grau gestreifte Hose und graue Weste wie beim Cut bleiben gleich, nur das Jackett ist einfach und schwarz, ohne die förmlichen Schößchen. Allerdings wird der Stresemann heute kaum noch getragen. 

Spencer Jacke – ein Relikt aus den 1980er Jahren 

Vielleicht hat noch jemand eine elegante Spencer Jacke im Schrank hängen. Für Anlässe, zu denen man sich etwas festlicher kleidete, zum Beispiel, wenn man ins Casino zum großen Spiel ging, entschieden sich in den 1980er Jahren moderne Männer gerne einmal für eine Spencer Jacke zur Smoking-Hose. Auch sie trug man zum weißen Hemd mit oder ohne Manschetten und kombinierte das Ganze entweder mit einer eleganten Krawatte oder einer Schleife. Die Spencer Jacke ist sehr kurz geschnitten und endet meistens mit dem Bauchnabel oder etwas oberhalb des Hüftansatzes. Spencer Jacken waren eigentlich – außerhalb des Bereichs formaler Uniformen – Jacketts für Bedienstete, also typische Kellner-Jacken. Irgendwann entdeckte jemand diese Jackenform für die elegante Abendmode und der Erfolg war vorprogrammiert. Heute trägt man(n) wieder eher den eleganten Smoking. Dennoch kann man seine Spencer Jacke durchaus noch zu eleganten Anlässen – also alles außerhalb der gehobenen Dresscodes „White Tie“ oder „Black Tie“ – anziehen. 

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